Compliance

e-Tax Compliance in Griechenland – myDATA

Griechenland – myDATA

Die Digitalisierung des griechischen Steuersystems wurde bereits im Jahr 2019 durch die Verordnung Νόμος ν. 4646/2019 beschlossen. Die Umsetzung des Beschlusses wurde jedoch durch die COVID-19-Pandemie verzögert. Die The Independent Authority for Public Revenue (IAPR) hat den Zeitraum für die Umstellung auf das neue elektonische Steuermeldesystem für Unternehmen verlängert. Die Finanzbehörde reagiert damit auf die Meldung, dass die Umstellung eine größere organisatorische Herausforderung für Unternehmen darstellt als zunächst angenommen wurde. Der endgültige Starttermin für das e-Tax Compliance-Projekt ist nun November 2021.

Das neue System wird schrittweise und auf Grundlage der zu übermittelnden Informationen eingeführt. Die Unternehmen müssen ihre Steuer- und Buchhaltungsdaten in elektronischem Format über die nationale myDATA-Plattform übermitteln. 

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Wie funktioniert My Digital Accounting & Tax Application (myDATA)?

myDATA ist eine von der IAPR entwickelte Plattform zur Digitalisierung der Steuer- und Buchhaltungserklärungen von Unternehmen durch die Übermittlung von elektronischen Daten.

Die IAPR führt myDATA ein, um den Unternehmen die Einhaltung der Steuervorschriften zu erleichtern und, um eine hohe Transparenz für ihre Transaktionen zu erreichen. Das Ziel ist es, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen der Steuerbehörde und den Privatunternehmen zu schaffen und Steuerbetrug und -hinterziehung zu verringern.

Die Einführung von myDATA ist ein großer Schritt im Rahmen der digitalen Transformation der griechischen Verwaltung.

Welche Unternehmen müssen eine Steuererklärung über myDATA einreichen?

Alle Unternehmen, die ihre Buchhaltung nach den griechischen Buchhaltungsnormen führen.

Welche Steuerinformationen müssen über MyDATA gemeldet werden?

  • Eine Zusammenfassung der Belege für  Einnahmen und Ausgaben
  • Klassifizierung der Einnahmen und Ausgaben gemäß des jeweiligen Typs
  • Die Buchungseinträge zur Ermittlung der Buchhaltungs- und Steuerergebnisse am Jahresende (z. B. Gehaltsabrechnungen oder Abschreibungen)

Neben der Erleichterung der Erklärung von Buchhaltungs- und Steuerinformationen durch myDATA, werden zwei elektronische Nachrichten erstellt und aktualisiert:

  • Detailed Book: enthält die Daten der Belege für Einnahmen und Ausgaben, die Klassifizierung dieser Belege und die Anpassungen der Buchungsposten.
  • Summary Book:  enthält die steuerlichen und buchhalterischen Ergebnisse eines Unternehmens in aggregierter Form auf der Grundlage der im detaillierten Detailed Book enthaltenen Informationen.

Ab wann gilt Verpflichtung?

  • Ab dem 1. November 2021: Alle Unternehmen müssen die von der IAPR geforderten Informationen zu Einnahmen über myDATA übermitteln. 
  • Ab dem 1. Januar 2022: Alle Unternehmen die von der IAPR geforderten Informationen zu Ausgaben über myDATA übermitteln.

Wie werden die Daten an myDATA übertragen?

Die Compliance-Lösung von EDICOM empfängt die Informationen aus dem Enterprise Resource Planning System (ERP), wandelt die Daten in das von der IAPR geforderte Format um und sendet diese an die myDATA-Plattform. myDATA generiert dann die E-Books für die Buchhaltung und validiert die Informationen. Die Plattform von EDICOM integriert daraufhin die Rückmeldungen in das ERP-System des Unternehmens. Dabei können die Statusmeldungen der eingereichten Informationen stetig über die EDICOM-Lösung abgerufen werden.

Die Steuerbehörde hat vier Optionen für die Übermittlung von Informationen festgelegt:

  • Direkt aus dem ERP
  • Über sogenannte E-Invoicing-Denstleister
  • Manuell über die myDATA-Plattform (nur kleine Unternehmen)
  • Zertifizierte Registrierkassen für Einzelhandelsumsätze

Wie oft müssen Steuerdaten über myDATA übermittelt werden?

  • Belege für Einnahmen (z. B. Debitorenrechnungen) müssen von den Ausstellern in Echtzeit gemeldet und klassifiziert werden.
  • Belege für Ausgaben (z. B. Kreditorenrechnungen) müssen in der Regel von den Empfängern nicht gemeldet werden, da sie bereits von den Ausstellern gemeldet wurden. Die Empfänger sollten diese Ausgaben klassifizieren. Wenn jedoch die Aussteller das Einnahmedokument nicht gemeldet haben (z. B. bei einer Rechnung, die von einem ausländischen Lieferanten ausgestellt wurde oder wenn die Aussteller ihre gesetzliche Verpflichtung nicht erfüllt haben, müssen die Empfänger den Aufwand ebenfalls melden, bevor dieser klassifiziert wird. Die Ausgabe muss vor Ablauf des Zeitraums für die USt.-Erklärung (letzter Tag des Folgemonats) gemeldet und klassifiziert werden. Es sei denn, die Aussteller haben den Beleg durch Unterlassung nicht gemeldet. In dem zweiten Fall müssen die Aussteller die Ausgaben innerhalb von zwei Monaten nach Ablauf des USt.-Erklärungszeitraums melden.
  • Alle Unternehmen müssen die für die Ermittlung des jährlichen Steuer- und Rechnungsergebnisses erforderlichen Buchungen melden (z. B Lohnsumme, oder Abschreibungen). Die Buchungen müssen bis zum Ende des sechsten Monats nach Ablauf des Steuerjahres gemeldet werden.
  • Die Gehaltsabrechnungen müssen während des Zeitraums der Quellensteuererklärung gemeldet werden.

Das digitale Steuererklärungsmodell wird parallel zu den derzeitigen Ust.-Erklärungen bestehen. Die griechische Steuerbehörde IAPR wird die über myDATA eingereichten Informationen mit den Ust.-Erklärungen abgleichen. Bei Unstimmigkeiten haben die Steuerzahler zwei Monate Zeit um diese zu korrigieren. Werden Fehler nicht innerhalb der festgelegten Frist korrigiert, kann dies zu Audits durch die Steuerbehörde führen.

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