Compliance

Dänemark modernisiert sein Rechnungslegungsgesetz, um die Digitalisierung der Rechnungslegung zu fördern

Dänemark Rechnungslegungsgesetz

Im Mai diesen Jahres verabschiedete das dänische Parlament ein Reformpaket, das sich auf das dänische Rechnungslegungsgesetz (Gesetz Nr. 700 vom 24. Mai 2022) auswirkt, das das vorherige, seit 1999 geltende Gesetz ersetzt. Das Hauptziel ist nach wie vor, die verstärkte Bekämpfung des Steuerbetrugs und die vermehrte Digitalisierung der Rechnungslegung dänischer Unternehmen.

Die Anforderungen an die digitale Buchführung umfassen die beiden folgenden grundlegenden Aufgaben:

  1. Alle Transaktionen des Unternehmens in einem digitalen Buchhaltungssystem erfassen 
  2. Aufbewahrung von Aufzeichnungen und Anhängen in einem digitalen Buchhaltungssystem oder Aufbewahrung vollständiger Sicherungskopien der Dokumente auf einem Server bei einem entspechenden Anbieter

Das neue Rechnungslegungsgesetz ist bereits seit dem 1. Juli 2022 in Kraft, aber die verpflichtende digitale Buchführung und Aufbewahrung wird in den nächsten Jahren umgesetzt. Die neuen Anforderungen werden voraussichtlich am 1. Januar 2023 in Kraft treten und bis 2026 schrittweise eingeführt.  Durch die schrittweise Einführung wird sichergestellt, dass Unternehmen und Anbieter digitaler Buchführungssysteme Zeit haben, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen, und gleichzeitig die Möglichkeit haben, die Vorteile automatisierter Buchführungssysteme ab 2023 zu nutzen.

Eine der wichtigsten Änderungen des neuen Gesetzes ist die Pflicht zur Digitalisierung der Rechnungslegung. Außerdem muss ein von der dänischen Behörde genehmigtes digitales Buchführungssystem verwendet werden, das eine Reihe von Anforderungen erfüllen muss, die von der dänischen Regierung in einem Erlass festgelegt wurden. Die dänische Regierung wird in Kürze weitere Informationen darüber bereitstellen, wie sich digitale Anbieter zertifizieren lassen können.

Die wichtigsten Daten sind (Bestätigung ausstehend):

  • Januar 2023: Inkrafttreten der neuen Anforderungen für standardisierte digitale Buchführungssysteme
  • 1. Juli 2023: Inkrafttreten der neuen Anforderungen an die zu zertifizierenden digitalen Buchführungssysteme
  • 1. Oktober 2023: Voraussichtlicher Termin für die Umstellung der digitalen Buchführungssysteme auf die neuen Anforderungen und die Meldung an die dänische Behörde
  • 1. Juli 2024: Es wird erwartet, dass die Unternehmen ab dem Geschäftsjahr, das am oder nach dem 1. Juli 2024 beginnt, ein registriertes Rechnungslegungssystem verwenden
  • 1. Januar 2026: Andere Unternehmen und Personengesellschaften mit einem jährlichen Nettoumsatz von mehr als 300.000 DKK (ca. 40.000 €) in zwei aufeinanderfolgenden Jahren müssen das digitale Buchführungssystem verwenden

Anforderungen an digitale Buchführungssysteme

Nach dem neuen Artikel 15 gelten für digitale Buchführungssysteme drei allgemeine bzw. grundlegende Anforderungen, unabhängig davon, ob es sich um Standard- oder um speziell entwickelte Systeme handelt:

  • Das System muss die kontinuierliche Aufzeichnung von Unternehmenstransaktionen mit der Angabe von Anhängen zu jedem Datensatz und die zuverlässige Speicherung von Datensätzen und Anhängen für fünf Jahre unterstützen.  
  • Das System muss anerkannten IT-Sicherheitsstandards entsprechen, einschließlich der Benutzer- und Zugangsverwaltung sowie der automatischen Sicherung von Aufzeichnungen und Anhängen. 
  • Das System muss die Automatisierung von Verwaltungsabläufen unterstützen, einschließlich des automatischen Versands und Empfangs von E-Rechnungen, sowie die Möglichkeit, Konten nach einem öffentlichen Standardkontenplan in registrierten Buchhaltungssystemen zu führen.

Die spezifischen Anforderungen sind in einem Entwurf für eine Durchführungsverordnung in Bezug auf digitale Buchführungssysteme enthalten, die voraussichtlich am 1. Januar 2023 in Kraft treten wird, wenn auch mit einer Übergangsfrist für bestehende Buchführungssysteme.

Stand des E-Invoicing in Dänemark

Seit 2005 sind sowohl die dänischen Behörden als auch ihre Lieferanten verpflichtet, elektronische Rechnungen im Peppol BIS 3.0-Format über das Peppol-Netz zu verwenden und sich so mit den im nationalen SMP NemHandel registrierten öffentlichen Einrichtungen zu verbinden.

Dänemark erwägt auch die Einführung von elektronischen Bestellungen und elektronischen Katalogen für bestimmte Warenkategorien, um die Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs im öffentlichen Sektor auszuweiten.

Im B2B-Bereich steht es den Unternehmen frei, auf freiwilliger Basis elektronisch zu fakturieren, sofern sie dies untereinander vereinbaren.

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